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JournalStart: Lauftreff 10. März - 9. Juni 2003 So habe ich also angefangen - indem ich mich nach einigem Zögern (schließlich ist es
Mitte März ja noch ziemlich kalt und ekelig draußen) beim Lauftreff angemeldet habe. Lauftreffs und ähnliche Gruppen haben
mehrere Vorteile für Anfänger: 1. hat man feste Zeiten, an denen man läuft, und hat keinen Grund, es immer wieder hinaus zu
schieben; 2. wird man von Experten angeleitet, die darauf achten, dass man nicht sofort losrennt als wollte man den
100m-Weltrekord brechen und nach 50 Metern zusammenbricht, und die einem auch eine Menge Tipps geben können;
3. ist man nicht alleine und kann sehen, dass andere genauso schnell aus der Puste sind wie man selbst *g*. Es ist also
unbedingt zu empfehlen, sich einer solchen Gruppe anzuschließen, vor allem, wenn man auch sonst wenig oder gar keinen
Sport treibt und entsprechend wenig Ahnung hat!
Aus der Puste war ich am Anfang ziemlich schnell. Unsere erste Einheit war 9x2 Minuten
Laufen und jeweils eine Minute Gehen, und nachdem ich das mit Mühe und Not hinter mich gebracht hatte, dachte ich natürlich
nicht, dass ich schon eine Woche später immerhin drei Minuten am Stück würde laufen können. Merkwürdigerweise schaffte ich
auch das. Ich gewöhnte mir an, jeweils ein paar Tage vorher zu *testen*, ob ich die Lauftreff-Einheiten schaffen würde,
und es klappte jedes Mal, obwohl ich immer vorher dachte, dass ich beim jeweils vorherigen Mal schon an die Grenzen meiner
Leistungsfähigkeit gekommen wäre.
Das größte Problem beim Durchhalten für mich war (und ist!) allerdings nicht so sehr das außer Atem Kommen,
sondern die Muskelschmerzen. Natürlich waren meine Muskeln die Anstrengung nicht gewöhnt, und deshalb hatte ich sehr oft
Schmerzen in den Unterschenkeln und/oder in der Bauchmuskulatur. Vom Atmen tat mir außerdem der Brustkorb weh, was sich allerdings
inzwischen gegeben hat. Trotzdem zwang ich mich jedes Mal, bis zum Ende zu laufen und nicht etwa aufzugeben. Ich habe mich
selbst gewundert, zu was ich unter Schmerzen noch in der Lage bin!
Am Ende schaffte ich es tatsächlich, die angestrebten 40 Minuten Laufen an einem
Stück durchzuhalten, wenn auch als Langsamste in der ganzen Gruppe (na gut, einige hatten schon vorher aufgegeben). An dieser
Stelle möchte ich mich bei den Organisatoren und Betreuern des Lauftreff Werne bedanken - es war wirklich super und hat
viel Spaß gemacht :-D
Erster Test: 3. Werner Stadtlauf 14. Juni 2003 Zum Stadtlauf habe ich mich erst angemeldet, nachdem ich sicher war, dass ich wenigstens
36 Minuten an einem Stück würde durchhalten können. Schließlich war das in etwa die Zeit, die ich für die 5000 Meter brauchen
würde (am Ende waren es 38 Minuten und 35 Sekunden - absoluter Schneckenrekord!). Ich wusste, dass ich Letzte werden würde,
falls nicht irgendjemand auf die Idee käme, die Strecke gehend oder kriechend zurückzulegen, was dann auch niemand
tat. Schon nach der ersten Runde (oder war es eher?) wurde ich von den ersten Läufern überrundet, was mich vorübergehend
ein wenig frustrierte, obwohl ich natürlich nichts anderes erwartet hatte. Die letzte Runde durfte ich dann ganz einsam
zurücklegen, da meine *Vorläufer* schon mehr als eine Minute voraus waren. Dadurch wusste ich dann aber wenigstens, dass
die Anfeuerungsrufe vom Straßenrand mir galten :-) Als ich schon fast im Ziel war, standen auf einmal die 10km-Läufer vor
mir, die sich schon für ihren Lauf versammelt hatten, aber dank des Radsportlers, der den Schluss des 5km-Laufes markierte,
kam ich reibungslos durch. Bis zum Ziel hatte ich das merkwürdige Gefühl, dass meine Beine nicht mehr wollten, aber es ging
dann doch noch. 200m weiter und ich wäre zusammengebrochen - oder auch nicht *s* Jedenfalls war ich mit meinem letzten
Platz wahrscheinlich glücklicher als so mancher auf den vorderen Plätzen, der gehofft hatte, Erster zu werden!
Zwangspause (26. Juni 2003) Aufgrund des Zusammentreffens einiger ungünstiger Umstände mache ich jetzt bereits
seit über einer Woche Pause *grummel* Am 16. Juni bin ich immerhin noch fröhlich über 46 Minuten gelaufen,
aber seitdem war's das. Ich hoffe, ich kann noch diese Woche wieder loslegen!
Ich habe mich natürlich zwischendurch etwas im Internet umgesehen, und dabei zweierlei erfahren: 1. nennt sich meine Art zu laufen "LSD", was natürlich nichts mit Drogen zu tun hat, sondern die Abkürzung für "Long Slow Distance" ist, also langsam eine lange Strecke laufen; 2. habe ich festgestellt, dass mein Body-Mass-Index zu niedrig ist, um richtig Leistung zu bringen. Natürlich weiß ich, dass ich mit 44kg auf 1,63m stark untergewichtig bin (wobei ich sagen muss, dass ich seit Anfang des Jahres schon 4kg zugenommen habe), aber um beim Laufen besser zu werden, muss ich noch mindestens weitere 4kg zulegen (was nicht so einfach ist, wenn man zu Untergewicht neigt). Na ja, das kann ich ja in der Zwischenzeit mal angehen...
Sieg über Hypotonie 28. Juni 2003 Das Biest machte mir bei dem extrem *tropischen* Klima heute den ganzen Tag zu
schaffen. Trotzdem habe ich mich aufgerafft, die nächste angepeilte Etappe (50 Minuten am Stück) zu laufen, allerdings mit der
Befürchtung, frühzeitig aufgeben zu müssen. Das ist mir erst einmal passiert (es war sehr heiß und ich hatte starke Muskelkrämpfe),
und ich hasse es einfach!!! Egal, das Laufen heute hat sich gelohnt, ich habe die 50 Minuten geschafft und bin außerdem
dieses Miststück von Hypotonie (für heute jedenfalls) losgeworden - wer sagt's denn :-)
60 Minuten geschafft 1. Juli 2003 Heute habe ich tatsächlich 60 Minuten geschafft! Eigentlich wollte ich nur 55 Minuten
laufen, aber nach zwei Runden durch den Stadtwald habe ich mich so fit gefühlt, dass ich den Rest auch noch gelaufen bin :-)
2. Zwangspause (10. Juli 2003) Das ist echt verrückt! Nur einen Tag, nachdem ich die 60 Minuten gelaufen bin, hat mich
eine hartnäckige Sommergrippe erwischt und mir einen dicken Strich durch meine weiteren Pläne gemacht *grrrr* Eigentlich
fühle ich mich inzwischen zwar wieder kräftig genug, aber ich bin nicht sicher, ob es so gesund ist, mit einem zusitzenden
Kopf und einer verstopften Lunge zu laufen - man hört ja immer wieder Geschichten von verschleppten Erkältungskrankheiten
und nachfolgenden Herzmuskelentzündungen, und das möchte ich auf keinen Fall riskieren...
Langsam wieder anfangen 14. Juli 2003 So ganz sind die Symptome meiner Grippe immer noch nicht weg, aber heute bin ich
trotzdem mit dem Laufen wieder angefangen - allerdings nur eine halbe Stunde, um nicht doch noch durch zu große Anstrengung
etwas zu verschleppen.
*Spartraining* 23. Juli 2003 Das Wetter ist wieder ziemlich *tropisch*, so dass ich zur Zeit nur auf
*Sparflamme* laufe, das heißt, zwischen einer halben und einer Stunde. Man muss sich ja nicht gleich umbringen *lol*
Wenn die Luftfeuchtigkeit sich wieder normalisiert hat, peile ich als nächstes Ziel 90 Minuten an (jedesmal 5 oder 10 Minuten
mehr).
Es geht wieder los! 30. August 2003 Nachdem ich wegen der Hitze und anderer Gründe einige Wochen gar nicht gelaufen
bin, habe ich gestern wieder angefangen - erstmal nur eine halbe Stunde zum testen. Das heißt, ich wollte eine halbe Stunde
laufen, aber meine Halbe-Stunde-Laufstrecke habe ich gestern in etwas über 27 Minuten geschafft. Sollte ich tatsächlich
schneller werden? Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben *lol*
Es wird ungemütlich! 8. Oktober 2003 Ich habe jetzt längere Zeit nichts mehr geschrieben, aber ich muss alle
enttäuschen, die gedacht haben, ich würde mich als *Saison-Läuferin* entpuppen ;-) Das Wetter ist zur Zeit zwar ziemlich
ungemütlich, und gestern habe ich gerade mal eine Regenpause zum Laufen nutzen können, aber es geht alles :-) Eigentlich
macht mir auch starker Regen nicht soviel aus, es ist nur ziemlich blöd, wenn man sich ständig beim Laufen die
Brille putzen muss, weil man sonst nichts mehr sieht. Die Luft war gestern jedenfalls sehr schön klar, wesentlich besser
als in dem heißen Sommer, es gibt also wirklich nichts zu meckern...
Kalt! 12. November 2003 Stell dir vor es ist kalt und es macht dir nichts aus *g* Wenn ich bedenke, wie
weh mir vor einem dreiviertel Jahr noch meine arme Lunge tat, wenn es nicht wirklich ganz hübsch lauwarm draußen war... Inzwischen
merke ich gar nichts mehr :-)
Irgendwo habe ich vor kurzem gehört, dass man ja SOFORT mit dem Laufen aufhören soll, wenn es irgendwo wehtut - da hätte ich das Ganze schon nach der ersten Lauftreff-Minute aufgeben müssen! Glücklicherweise war ich nicht so blöd - gemäß dem Standardspruch, den wir als Schüler hatten (lang ist's her): "Was nicht tötet härtet ab!" Stimmt! :-)
Es weihnachtet sehr! 12. Dezember 2003 Es gibt doch in dieser Zeit nichts Schöneres, als im Dunkeln mitten durch Wohngebiete
zu laufen! In fast jedem Fenster und in vielen Gärten kann man Weihnachtsbeleuchtung sehen. Echt romantisch! Ja, ich weiß,
was jetzt manche denken - typisch Frau, typisch *Anti-Sportler*! Na und? Dazu stehe ich :-)
Lange her... 25. März 2004 Leider ist aus meinen *romantischen* Laufzeiten nicht mehr viel geworden >:-( Kurz
nach dem letzten Eintrag erwischte mich eine Erkältung, die sich hartnäckig bis Ende Januar hielt. Danach hatte ich ein
paar wichtige Termine, vor denen ich nicht nochmal so etwas riskieren wollte, so dass ich es für besser hielt, meine Lungen
nicht mit eiskalter Luft zu füllen. Hat aber nichts genützt, denn kurz danach - genau zwei (!) Tage, bevor ich wieder
anfangen wollte - bekam ich eine Bronchitis mit allem Drum und Dran (Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufschwäche), die sich dann
ebenso hartnäckig hielt wie die Erkältung vorher. Inzwischen ist sie fast vorbei und ich hoffe, ich kann noch in diesem Monat
wieder mit Laufen anfangen. Ab Mitte April werde ich dann meine Ausdauer im Gebirge testen können, da ich aus beruflichen
Gründen ins Sauerland ziehe :-) Mal sehen, wie das wird!
Kein Aprilscherz! 1. April 2004 Heute habe ich endlich wieder angefangen! Das Wetter war ideal (Sonne, ca. 18°C) und
meine Bronchitis scheint sich auch verabschiedet zu haben :-) Natürlich bin ich etwas schlapp geworden, darum bin ich nur
etwa eine Viertelstunde gelaufen - allerdings auf Asphalt - aber es ist ein Anfang, und an die Asphaltlauferei werde ich mich
vielleicht auch gewöhnen müssen, zumindest, falls ich an meinem neuen Wohnort keine passende Wald- und Wiesenstrecke finden
kann. Ach ja - falls hier demnächst für längere Zeit nichts steht, heißt das nicht, dass ich Pause gemacht habe, sondern
lediglich, dass ich vorübergehend (mangels eigenem Computer bzw. Internet-Anschluss) keine Möglichkeit habe, dieses Journal
weiterzuführen.
Wieder da! 18. November 2004 Endlich bin ich in eine "eigene" Wohnung umgezogen. Durch dieses ganze Durcheinander -
keine richtige Wohnung (sondern zwei möblierte Zimmer), ständige Hin- und Herfahrerei am Wochenende und überhaupt die ganze
Umstellung auf einen neuen Lebensrhythmus - ist genau das eingetreten, was ich befürchtet hatte - ich habe das Laufen
vernachlässigt. Ich geb's ja zu! Nun lädt das derzeitige fiese Wetter nicht dazu ein, jetzt wieder anzufangen, zumal es wohl
wesentlich anstrengender ist, Berge rauf und runter zu laufen, als im schönen flachen Münsterland durch einen Wald zu traben.
Trotzdem - was sein muss, muss sein, mein lieber Rücken macht mir durch die viele Computer-Sitzerei bei der Arbeit ganz
schön Probleme, und dagegen sollte ich was tun.
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